14 Apr
VFB Concordia Britz - Friedenauer TSC 0:0 (0:0)
Gefühlter Sieg!

31 Mär
Altliga Ü60
Stolpernder Scampi, quirliger Fischer, umtriebiger Wirtz!
Der Amateur-Fußball schreibt seine eigenen, spektakulären, aufwühlenden, wunderbaren Anekdoten. Bisweilen ikonische Geschichten, an die sich Spieler, Fans, Reporter, Onkels, Opas, Neffen, Kindeskinder immer wieder gern erinnern. Sie geschehen tagtäglich auf allen Fußballplätzen dieser Erde. Völlig Wurscht in welcher Liga.
Gestern trug sich eine dieser unvergesslichen Momente beim FC Oldie 79 am Buckower Damm zu.
Es war so um die 39. Minute herum. Der tiefdunkle Himmel über Neukölln grüßte mit winzigen Hagelkörnern. Friedenaus Ü60er fußballerte vogelwild über den klitschnassen Kunstrasen, als Helmut Schulze im Mittelfeld den durchgestarteten Ilias Papadopoulos am 16er der Gastgeber mustergültig bediente. Papadopoulos - gut gelaunt, gebräunt und genährt aus dem sonnigen Süden zurück - wollte oder konnte sein Glück kaum fassen. Die Abwehr des FC Oldie? Vermutlich eine rauchen. Nur noch er und der Keeper. Papadopoulos nahm das Kunstleder filigran an, schaute kurz hoch, wieder herunter, wieder hoch, gab dem Ball einen kleinen Tick, schaute nochmals Richtung Kiste, fädelte mit seinem rechten in den linken Fuß ein, gab der kullernden Pille stolpernd noch einen hauchzarten Kick und fiel dann wie vom Blitz des Zeus getroffen einfach nach vorne um.
Friedenaus Kapitän Frank Apelt sollte im Laufe des Abends nur noch vom „stolpernden Scampi“ reden. Papadopoulos traute sich nicht mehr nach vorn, verteidigte stattdessen hinten alles sehr konsequent weg. Apropos Scampi: Gut aufgelegt präsentierte sich an diesem denkwürdigen Spieltag auch Thomas Fischer. Der Flügelflitzer markierte das schönste Tor des Abends in der 10. Minute, nach einem perfekten Zuspiel von Schulze. Zehn Zeigerumdrehungen später erhöhte Apelt nach feinem Solo auf 0:2. Mit diesem Spielstand ging es in die Pause. Friedenau hatte die Partie bis dato gut im Griff, weil alle Akteure durch die Bank in der ersten Hälfte ihre Aufgaben ordentlich erfüllten. Besonders hervorzuheben war die Leistung von Markus Ziener-„Wirtz“, der beinah an jeder Ecke des riesigen Spielfeldes zu finden war und für kluge Aktionen sorgte.
Die ersten zehn Minuten der zwoten Hälfte gestaltete Friedenau unerklärlicherweise sehr fahrig: Es mangelte zunächst an allem: Zuordnung, Passgenauigkeit, Anspielbarkeit, Ballverarbeitung. Die Gastgeber witterten ihre Chance. Nach einem Eckball für Friedenau folgte die Quittung. 37. Minute, blitzgescheiter Konter der Oldies durch die Mitte, die die fehlende Absicherung Friedenaus gnadenlos nutzten und Keeper Michael Köllen keine Chance ließen. Anschlusstreffer durch Ralf Ringhandt zum 1:2. Apelt bediente sich wieder lautstark aus seiner Schimpfschatulle. Nun, es half.
Hinten legten Neitzel und Papadopoulos wieder eine Schippe drauf. Schulze und Birkhoff versuchten Fischer besser in Szene zu setzen. Die Gastgeber mussten für den Ausgleich mehr investieren, was Friedenau in die Karten spielte. In der 52. Minute machten die Gäste den Deckel drauf: Nach einem schönen Solo sieht Fischer den links mitgelaufenen van Ryssen und spielt ihm den Ball butterweich in den Lauf. Van Ryssen behält Ruhe und Übersicht, legt sich das Kunstleder auf seinen linken Schlappen und ballert die Kugel aus neun Metern ins rechte untere Eck. Die Entscheidung. 1:3. Friedenau belegt nun mit 20 Punkten vorerst den dritten Tabellenplatz. Chapeau! Allen Vereinsmitgliedern: Frohe, schöne und bunte Osterfesttage.
Autor: CvR
Mannschaft: Michael Köllen, Frank Apelt, Uwe Neitzel, Ilias Papadopoulos, Markus Ziener, Helmut Schulze, Carsten van Ryssen, Thomas Fischer, Bernd Birkhoff

